Befragte Ärzt:innen fordern strukturellen Wandel im Klinikalltag, weniger Bürokratie und mehr Unterstützung bei klinischen Studien. Große Zustimmung herrscht beim Ausbau von nicht-ärztlichem Fachpersonal zur Unterstützung.
Klinische Forschung ist der Motor medizinischen Fortschritts und essenziell für die Entwicklung neuer Therapien, was jährlich am 20. Mai, dem internationalen Tag der klinischen Studien,2 hervorgehoben wird. Doch finden zunehmend weniger klinische Studien in Deutschland statt.3 In der internationalen Rangliste der Forschungsstandorte belegt Deutschland nur noch Rang sieben.3 Um wieder zurück an die Spitze zu kommen, sind viele Akteure gefragt – allen voran Ärzt:innen, die bereit sind, klinische Studien durchzuführen, Patient:innen, die daran teilnehmen, und Unternehmen, die eine entscheidende Rolle bei der wissenschaftlichen Konzeption und Studienfinanzierung spielen.3 Doch wie hoch ist die Bereitschaft unter Ärzt:innen, klinische Studien durchzuführen und was sind Barrieren? Eine neue Umfrage zeigt: Trotz hoher intrinsischer Motivation und Bereitschaft zur Studienteilnahme sehen viele Ärzt:innen erhebliche Hürden, vor allem durch Bürokratie, Zeitmangel und fehlende personelle Unterstützung.
Hohes Interesse für klinische Studien – Wissenslücken gezielt abbauen
Eine von Bonsai Research im Auftrag von AstraZeneca im Januar 2025 durchgeführte Umfrage unter 258 Ärzt:innen mit und ohne Erfahrung mit klinischen Studien, ergab: 92 % der Befragten fühlen sich gut über klinische Studien informiert und erkennen deren Relevanz für die medizinische Versorgung, wie beispielsweise die verbesserte Versorgung der Patient:innen (98 % Zustimmung). Gerade Ärzt:innen ohne bisherige Studienerfahrung haben großes Interesse, an klinischen Studien teilzunehmen: 94 % dieser Gruppe sind interessiert, doch geben mehr als die Hälfte (55 %) an, kaum oder gar nicht über konkrete Teilnahmemöglichkeiten informiert zu sein.
Dr. Doris Henn, Senior Director Site Management & Monitoring DACH, AstraZeneca, kommentiert die Ergebnisse: „Als führendes forschendes Pharmaunternehmen mit mehr als 250 aktiven klinischen Studien hier im Land und der Ambition, Deutschland zum wichtigsten Standort für unsere Studienaktivitäten in Europa zu machen, freut es uns, dass sowohl Ärzt:innen mit als auch ohne bisherige Studienerfahrung klinische Studien als sehr relevant für die Verbesserung der Patient:innenversorgung ansehen. Denn wir brauchen diese positive Haltung dringend, damit sich niedergelassene Spezialisten oder Kliniken zu Studienzentren weiterentwickeln und das Thema Forschung stärker in der breiten Ärzteschaft etabliert wird.“
Deshalb hat AstraZeneca ein Team, die Development Taskforce, eingerichtet, um Praxen und Kliniken zu identifizieren, die Interesse haben, Studien durchzuführen. Diese Zentren werden dann auf dem Weg zum Prüfzentrum begleitet.
Neben Ärzt:innen braucht es auch mehr Patient:innen für klinische Studien. Laut vfa-Umfrage4 ist die Bereitschaft bei Patient:innen zwar da, dennoch liegt Deutschland bei der Studienteilnahme hinten. Laut KliFo-Barometer müssen bestehende „Bedenken oder Ängste“ (Ø 68 % Zustimmung), organisatorischen Hürden (Ø 68 % Zustimmung) und der „Mangel an Wissen über klinische Studien” (Ø 62 % Zustimmung) adressiert werden.
Strukturelle Defizite behindern das Forschungsengagement: Zusätzliche personelle Unterstützung als Lösungsansatz
Die Umfrage zeigt, dass Ärzt:innen weniger aus finanziellem Anreiz, sondern aus intrinsischer Motivation an klinischen Studien teilnehmen. Hauptgründe sind die Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten für Patient:innen (bis zu 80 % Zustimmung), wissenschaftliches Interesse (bis zu 73 % Zustimmung) und die Mitgestaltung in der medizinischen Forschung (67 % Zustimmung). Jedoch behindern Defizite wie Bürokratie (78 %), zeitaufwändige Datenerfassung (70 % Zustimmung) und fehlende Integration von Forschungszeit in „die reguläre Arbeitszeit“ (66 % Zustimmung) ihr Engagement. Konkrete Maßnahmen zur Motivation von Ärzt:innen zur Studienteilnahme sind der Ausbau der Rolle von Studienkoordinator:innen und Study Nurses (94 % Zustimmung) sowie die Integration des Themas in das Medizinstudium (84 % Zustimmung), um frühzeitig eine Forschungskultur zu schaffen.
„Wir freuen uns, dass Ärzt:innen die Bedeutung von Studienkoordinator:innen sehen und es als sinnvoll erachten, diese zentrale Rolle in der klinischen Forschung auszubauen. Wir befürworten ebenfalls die Stärkung dieser Rolle und eine bessere Anerkennung des Berufsbildes, denn sie sind die entscheidende Schnittstelle zwischen Forschung, Sponsor, Verwaltung und Ärzteschaft. Ob eine Studie läuft, hängt wesentlich von den Studienkoordinator:innen ab“, sagt Dr. Simone Kappels, Oncology Country Head, Clinical Operations DACH AstraZeneca.
Angesichts dessen hat AstraZeneca das Schulungs- und Austauschprogramm OncoCoord entwickelt, um Studienkoordinator:innen und Study Nurses tiefgehendes medizinisches und regulatorisches Wissen zu vermitteln und den Austausch zu fördern.
Fazit
Deutschland kann seine Spitzenposition als attraktiven Forschungsstandort nur durch gezielte strukturelle und politische Maßnahmen sowie eine bessere Forschungsinfrastruktur zurückgewinnen. Dadurch können mehr Ärzt:innen, Kliniken und Zentren für die Teilnahme an klinischen Studien gewonnen werden. Ärzt:innen brauchen mehr Zeit, weniger Bürokratie und gezielte personelle Unterstützung z.B. durch Studienkoordinator:innen /Study Nurses. Zudem gilt es, ein innovationsfreundliches Umfeld zu schaffen, z.B. durch die Integration klinischer Studien ins Medizinstudium und die gezielte Aufklärung bei Ärzt:innen ohne bisherige Studienerfahrung.
Über AstraZeneca
Die AstraZeneca GmbH ist die deutsche Tochtergesellschaft des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens AstraZeneca PLC. AstraZeneca (LSE/STO/Nasdaq: AZN) ist ein globales, wissenschaftsorientiertes biopharmazeutisches Unternehmen, das sich auf die Erforschung, Entwicklung und Vermarktung von verschreibungspflichtigen Medikamenten in den Bereichen Onkologie, seltene Krankheiten und Biopharmazeutika, einschließlich Herz-Kreislauf, Nieren und Stoffwechsel sowie Atemwege und Immunologie, konzentriert. AstraZeneca mit Sitz in Cambridge, Großbritannien, ist in über 125 Ländern tätig. Die innovativen Medikamente des Unternehmens werden von Millionen von Patient:innen weltweit eingesetzt. Weitere Informationen auf astrazeneca.de.
Pressekontakt
Sabine Reinstädler
Leitung PR & Kommunikation, AstraZeneca GmbH
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E-Mail: sabine.reinstadler@astrazeneca.com
*Über das KliFo-Barometer
AstraZeneca Deutschland befragt regelmäßig Ärzt:innen unterschiedlicher Fachrichtungen zu aktuellen Themen. Die Befragungen werden von Bonsai Research durchgeführt. Das KliFo-Barometer zum Thema klinische Studien wurde unter in Deutschland praktizierenden Ärzt:innen (n = 258) mit und ohne Studienerfahrung (86 % vs. 14 %) in den vier Fachbereichen durchgeführt: Hämatologie/Onkologie, Kardiologie, Diabetologie sowie Pulmologie/Pneumologie. Befragungszeitraum: Januar 2025.
Referenzen
- AstraZeneca. KliFo-Barometer 2025. Data on file.
- Internationaler Tag der klinischen Studien. Zugriff am 05.03.2025
- Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa), A.T. Kearney GmbH. Pharma-Innovationsstandort Deutschland. Zugriff am 19.02.2025
- Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa): Umfrage: Große Bereitschaft zur Teilnahme an Studien mit Arzneimitteln 2024. Zugriff am 28.02.2025